FragtWarum bekommt viele Gesichter

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Quergedachtes | Ein Blog über Autismus

Heute (14.03.2016) geht die Aktion #FragtWarum in die dritte Woche. 15 Tage lang Schweigen als Antwort auf unsere Fragen.

Mit Autismus und dem Umgang mit uns Autisten fing es an

Bei #FragtWarum geht es um Menschlichkeit. Es geht darum Antworten zu bekommen auf Fragen die uns wichtig sind. Und ja, es geht auch um die Förderung von ABA durch die Aktion Mensch und warum sich diese immer damit rausredet neutral zu sein. Es geht um ein Zeichen gegen diese menschenunwürdige Therapie zu setzen und zu zeigen dass man sowas nicht fördern darf!

Manchmal hat man das Gefühl die Aktion Mensch wolle das alles bewusst aussitzen. Das funktioniert immer dann gut wenn man es mit einer unpersönlichen Masse zu tun hat. Hier geht es aber nicht um eine Aktion von kryptischen und nicht greifbaren „Nicks“ die sich im Internet verstecken. Wir sind Menschen! Natürlich kann man auch Menschen ignorieren. Passt das…

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Nur wer sich anpasst darf dabei sein

Kirche ist Gemeinschaft, kein Christ kann für sich alleine Christ sein. Das ist ein Grundsatz. Aber man kann diesen Grundsatz auch falsch verstanden umsetzen.

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– Wie gemein doch diese Welt sein kann

Vor einiger Zeit habe ich hier berichtet, dass mein Großer umbedingt konfirmiert werden möchte. Ich habe ihn darin so gut ich kann unterstützt und inständig gehofft, dass ihm meine Erfahrung mit der Institution Kirche erspart bleibt. Ich hasse Verallgemeinerungen und so hatte ich, auch wenn meine Erfahrung mir anderes lehrt, doch einen winzigen Funken Hoffnung.

Ich habe mich leider nicht getäuscht. Auch die sogenannten Christen sind Menschen und darunter gibt es nunmal viele (nicht alle, aber der größere Teil), die alles was anders ist bekämpfen.

Mein Sohn wurde im Konfi-Kurs ausgelacht und ausgegrenzt. In der Konfi-Freizeit sogar gemobbt (soweit er zumindest erzählt nur da) und das hatte zur Folge, dass er bereits im Dezember jede weitere Teilnahme am Kurs verweigerte.

Der Pfarrer stellte nach einem Gespräch bei uns zu Hause die Möglichkeit in Aussicht, dass mein Sohn nur noch an den wichtigen…

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ABA – Gott oder Mammon?

Weil er eine „geistige und unsterbliche Seele“ besitzt (GS 14), ist „der Mensch … auf Erden das einzige Geschöpf … das Gott um seiner selbst willen gewollt hat“ (GS 24,3). Schon von seiner Empfängnis an ist er für die ewige Seligkeit bestimmt.

So heisst es im Katechismus der Katholischen Kirche, im dritten Teil (Das Leben in Christus), erster Abschnitt (Die Berufung des Menschen: Das Leben im Heiligen Geist), erstes Kapitel (Die Würde des Menschen), Artikel 1 (Der Mensch als Gottes Ebenbild). Die Zitate stammen aus der Apostolischen Konstitution Gaudium et Spes (GS).

Dies beschreibt das Grundbild des Menschen, wie es unteilbar zur Lehre der römisch-katholischen Kirche zählt. Dieses Grundbild führt u.a. auch dazu, dass die Kirche Abtreibungen rigoros ablehnt. Denn dieses einzigartige Geschöpf Gottes ist der Mensch „schon von seiner Empfängnis an“.

Jedem Menschen ist ausnahmslos die gleiche gottgegeben Würde als Mensch gegeben (was er dann damit macht, ob er sich dieser als würdig erweist, das ist wieder ein anderes Thema).

Auch in seinem Hirtenbrief zur Fastenzeit 2016 greift der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Dr. Gebhard Fürst diesen Grundsatz auf, wenn er mit Blick auf den Hl. Martin von Tours als den Diözesanpatron schreibt:

„Der heilige Martin ist ein bedeutender Zeuge der barmherzigen Liebe, die uns in den Worten, Gleichnissen und Taten Jesu immer wieder begegnet. Indem er den Mantel in zwei gleiche Teile teilt, erkennt Martin: Jedem Menschen ist die gleiche Würde geschenkt – unabhängig von Herkunft, Milieu und individuellen Unterschieden. Damit wird deutlich: Als Geschöpf Gottes besitzt jeder Mensch die gleiche Würde: die uns alle verbindende gottgegebene Menschenwürde.“

Diese gottgeschenkte Menschenwürde ist unverhandelbar!

Ich habe in meinem Blog schon ein paar Beiträge aus Alexander Knauerhases Blog Quergedachtes rebloggt, die sich mit der Thematik

Applied Behavior Analysis, kurz ABA,

beschäftigen und jeweils noch ein paar Sätze dazu geschrieben.

Dieses Thema ist ein grosses Anliegen. Von Autisten wie auch von (NT-)Eltern autistischer Kinder, die sich intensiv damit beschäftigt haben.

 

Was ist ABA?

Im deutschsprachigen Wikipedia-Artikel zu ABA (Stand: 22.02.2016) steht geschrieben:

Die Grundlagen und Prinzipien der ABA-Methode wurden durch B. F. Skinner und andere Verhaltenswissenschaftler gelegt. Ivar Lovaas war jedoch einer der ersten, der diese Prinzipien bei Kindern mit Autismus angewandt hat und den Prozess begann, die Wirksamkeit wissenschaftlich zu belegen.

Der Grundgedanke dazu wurde von Lovaas 1974 artikuliert:

You see, you start pretty much from scratch when you work with an autistic child. You have a person in the physical sense — they have hair, a nose and a mouth — but they are not people in the psychological sense. One way to look at the job of helping autistic kids is to see it as a matter of constructing a person. You have the raw materials, but you have to build the person.

Und zwei Jahre später, 1976, postuliert er:

„In any case, what one usually sees when first meeting an autistic child who is 2, 3, or even 10 years of age is a child who has all the external physical characteristics of a normal child — that is, he has hair, and he has eyes and he has a nose, and he may be dressed in a shirt and trousers — but who really has no behaviors that one can single out as distinctively ‘human’. The major job then, for a therapist — whether he’s behaviorally oriented or not—would seem to be a very intriguing and significant one, namely, the creation or construction of a truly human behavioral repertoire where none exists.“

Es ist erschreckend, wie der aus Norwegen stammende und in die USA immigrierte Ole Ivar Lovaas hier Menschen aufgrund ihres Autismus das Menschsein als Person abspricht, alleine aus dem Grunde, weil ihr äusserliches Verhalten nicht einer vorgegebenen neurotypischen Norm entspricht. Der autistische Mensch reduziert auf ein rein körperliches Wesen. Das Geistige, das Spirituelle wird ihm somit abgesprochen!

Und wie sehr Lovaas tatsächlich nur auf das Oberflächliche fixiert war, erkennt man an folgender Geschichte:

The (mis)representations of Lovaas’ work also raise another question regarding historical memory: why is his non-autism-related research forgotten while Lovaas is glorified as a hero?  Namely, why do no mainstream media outlets mention Lovaas’ other “success” story: He (supposedly) was able to make “feminine boys” appear more outwardly “masculine” (in the socially acceptable way, of course).

[Sarkasmus an]
Ja, in Zeiten, in denen nicht nur ich einen Werteverfall ausmache und sehr viel nur auf die Oberflächlichkeit Wert gelegt wird, in der irgendwelche Tussies nach dem Vorbild von sich selbst als wichtig ansehenden Celebrities sich die Brüste, den Po oder Was-weiss-ich aufspritzen oder sonst was lassen, da passt ABA prima hinein. In Zeiten, in denen Menschen auf die Strasse gehen, gegen Flüchtlinge demonstrieren oder sogar handgreiflich werden und als verlogenen Schutzbehauptung das „christliche Abendland“ beschwören, das sie angeblich retten wollen, obwohl sie sonst mit einem christlichen Leben wenig bis gar nichts verbindet, da passt es hinein, eine Therapieform wie ABA als positive Hilfe für Eltern und ihre autistischen Kinder verlogen darzustellen. In diesem Zusammenhang ist es vollkommen korrekt, wenn es im deutschsprachigen Wikipedia-Artikel zu ABA heisst, dies sei eine „moderne“ Behandlungsmethode, denn sie passt damit prima in die heutige vom Werteverlust geprägte Gesellschaft.
[Sarkasmus aus]

Zwar spricht Lovaas von der Psyche, der Katechismus von der Seele, ganz klar geht es jedoch bei beidem um das nicht-körperliche des Menschen, das, was dem Menschen seine herausgehobene Stellung als Gottes Geschöpf nach dessem Abbild ausmacht.

Es ist inzwischen allgemeiner Konsenz, dass es ein autistisches Spektrum gibt und die ehemals scharfe Trennung zwischen frühkindlichen Autisten – an denen angeblich vorwiegend ABA ausgeführt wird – und dem Asperger-Syndrom so nicht existiert. Frühkindlicher Autismus und Asperger-Autismus sind zwei mögliche Ausprägungs-varianten im Autismusspektrum, die sich vor allem dadurch unterscheiden, auf welchen Gebieten und wie weitgehend die betroffene Person eine Anpassungleistung erbringen kann.

Nach Lovaas Ansicht – und auf dieser Grundthese beruht ABA – ist der Autist nicht mehr als eine Hülle, die gefüllt werden kann und muss. Nach dem christlichen Menschenbild besitzt jeder Mensch von seiner Empfängnis an eine geistliche und unsterbliche Seele. Hier existieren zwei sich grundlegend voneinander unterscheidende Menschenbilder, die absolut nicht kompatibel zueinander sind!

Da ich autistisch bin wäre ich – entsprechend Lovaas Grundthese – auch von Beginn an so eine solche leere Hülle gewesen, die im Gegensatz zu einem neurotypischen Menschen leer war und rein von aussen geprägt wurde.

Fehlt mir jedoch das, was einen Menschen als Person ausmacht, wäre ich kein Mensch.

Ich bin aber ein Mensch.

Ich bin gültig getauft und gefirmt.

Ich erfühle ehrenamtlich meine Aufgaben als Lektor, Kommunionhelfer und Leiter von Wort-Gottes-Feiern. Ich bin Mitglied im Kirchengemeinderat.

Abgesehen davon habe ich ein Fachhochschulstudium im Bibliothekswesen absolviert sowie ein berufbegleitendes Zusatzstudium für historische Bestände und Sondermaterialien. Ich habe in den jeweiligen Abschlussarbeiten bewiesen, dass ich selbstständig ein wissenschaftliches Thema bearbeiten kann (was so einige neurotypische Menschen durch ihre Plagiats-Dissertation nicht getan haben).

Jeder, der mich persönlich kennt, käme nie auf die Idee, mir meine fachlichen Qualifikation als auch mein Engagemant für den Beruf wie für Kirche, meinen Glauben, meine Hoffnungen, meine Träume, meine Empfindungen abzusprechen. Weil ich angeblich ja nur eine Hülle gewesen wäre, die fremdbestimmt gefüllt wurde.

Absurd.

Es gibt tatsächlich wesentlich mehr nichtautistische Menschen, die sich tagtäglich fast zombiemässig fremdbestimmen lassen, die osbkuren Heilsversprechungen und Gurus hinterherlaufen und Verschwörungstheorien anhängen, als dies bei Autisten der Fall ist.
ABA-Befürworter wenden gerne ein, dass ABA eine Therapie ist, die ja nur bei frühkindlichen Autsten zum Einsatz käme, dort wo meistens als Komorbidität zum Autismus eine geistige Behinderung vorliegt. Es gibt Berichte, die diese Aussage als glatte Lüge entlarven. Wie jener eines 17jährigen Autisten, der komplett in deutscher Übersetzung auf dem Blog Butterblumenland nachgelesen werden. Dort ist auch auf das englischsprachige Original verlinkt.

Sie haben mich nach der Schule gefragt, was ich studierte, und ob ich mich für Uni usw. interessierte. Sie haben schnell festgestellt, dass ich liebe zu lesen und herausgefunden habe, dass mein größtes spezielles Interesse Dichtung des 20. Jahrhunderts ist. Mama hatte ihnen das vorher erzählt. Ich habe erklärt, dass ich viel für meine Unibewerbung lesen muss, und dass ich viel über einen Bereich der Literatur wissen musste, und dass 20. Jahrhundert-Dichtung der Bereich ist, den ich am meisten liebe zu forschen.
[…]
Drei Männer und eine Frau, die meinen Kopf runterdrückte, so konnte ich nicht ihn von Seite zu Seite werfen oder in auf den (ein bisschen ausgepolsterten, wie auf Kinderspielplätzen) Fußboden knallen. Ich weiß nicht, wie lange sie mich so gehalten haben, aber es war, bis ich so viel geschrien und so viel gekämpft hatte, dass ich erschöpft zusammenbrach und an diesem Punkt war …, wo ich weiterhin weinte und den Schmerz fühlte, aber unfähig war irgendetwas dagegen zu tun, weil meine Muskeln gerade nicht mehr reagierten. Es waren mindestens zwanzig Minuten.

Ich habe in meinem Zivildienst in einer Wohngruppe mit Geistigbehinderten gearbeitet. Wir hatten einen als „Time-out“ bezeichneten Raum, umgangssprachlich würde man ihn „Gummizelle“ nennen. Wir haben Bewohner bei fremdagressivem Verhalten in diesen Raum gebracht (was auch mit etwas Druck geschehen musste und zu zweit oder zu dritt, aber um der Fremdagression des Bewohners entgegenwirken zu können). War ein Bewohner in diesem Raum, blieb er dort, bis er sich beruhigt hatte plus eine Stunde zusätzlich. Wir hatten auch Bewohner, die fixiert wurden, damit sie sich (Autoagression) und anderen (Fremdangression) keinen Schaden beibringen konnten. Bei jeder diesen Massnahmen war vorher in Bezug auf jede einzelene Person richterlich festgelegt, ob und wieweit sie reichen durften und sie waren auch nur in diesem Rahmen erlaubt.
Das, was oben geschildert wird, steht jedoch in keiner vernünftigen Relation dazu.

Nur frühkindliche Autisten, bei denen die Symptomatik stark ausgeprägt ist, werden ABA unterzogen? Nein, absolut nicht, wie man sieht!

ABA-Befürworter mögen jetzt einwenden: Aber, das ist doch in den USA, das wird hier in Europa so nicht gemacht.
Woher erhalten ‚zertifizierte‘ ABA-Therapeuten hier in Europa ihr Zertifikat?
Sie berufen sich doch gerne ausdrücklich darauf, dass ihre Ausbildung durch den Behavior Analyst Certification Board (BACB) in den USA zertifiziert wurde.

Wenn sie überhaupt zertifiziert sind und nicht autodidaktisch sich ABA-Behandlungsmethoden angeeignet haben. Personen die, wie es eine Mutter in einer Facebook-Gruppe beschrieb, neben ABA auch noch Hundedressur anbieten. Was eigentlich schon alles sagt.

Und auch ein gerne hervorgebrachtes Argument ist, dass das, was heute als ABA praktiziert wird, mit dem ursprünglichen ABA nur noch wenig bis gar nichts gemein hat.

Falsch, denn es ist die menschenverachtende Grundthese von Lovaas, die trotz aller möglichen kosmetischen Veränderungen in der Ausführung von ABA auch heute noch die Grundlage bildet.

Dies erkennt man ganz klar in der Aussage von Frau Dr. Ragna Cordes vom Institut für Autismus’forschung‘ in Bremen:

Es geht darum, dass die Kinder ihr gelerntes autistisches Verhalten vergessen und ein neues Verhalten erlernen.

Nein, es ist eben kein „gelerntes“ autistisches Verhalten, es ist das natürliche autistische Verhalten und jeder Teil dieses Verhaltens lässt sich aus den Besonderheiten des Autismus heraus recht einwandfrei erklären.

Prof. Dr. Simon Baron Cohen vom Autism Research Centre an der Universität Cambridge – einer Einrichtung, die im Gegensatz zu jener Kaffeemaschinenklitsche in Bremen sich tatsächlich mit Forschung im Bereich Autismus beschäftigt – macht denn auch deutlich:

There is more to behavior than just learned associations.
There are evolved neurocognitive mechanism.

[Sarkasmus an]
Das autistische Verhalten ist selbstverständlich nur für diejenigen natürlich und nicht erlernt, die es so sehen wollen. Es ist nicht natürlich und erlernt für diejenigen, für die Menschen sowieso normativ sind: Neurotypisch, Heterosexuell, Rechtshändler. Zudem leben alle in einem Reihenhaus und haben ein Auto vor der Garage, das sie jeden Samstag gründlich waschen. Und wenn die Bild-Zeitung und RTL einen Bericht bringen, „„Ihn zu umarmen ist das grösste Geschenk“ – Tätowierter Vater über Liebe zu seinem autistischen Sohn„, dann klatschen alle, die sich über die vielen Jahre ihres Lebens bereitwillig durch die Boulaverdmedien einer Gehirnwäsche unterzogen haben lassen, begeistert wie Zombies in die Hände.
[Sarkasmus aus]

Jedoch sind genau das die Berichte, die ABA positiv erscheinen lassen sollen. Gewünscht von den ABA-Befürwortern. Oder sogar gefördert?

Nur wenige Menschen scheinen genau hinzusehen, wie die Bloggerin von Butterblumenland, die sich intensiv damit auseinandergesetzt hat.
Neben Opferberichten, wie oben aus einem zitiert ist, existieren inzwischen auch lesenswerte Statements ehemaliger ABA-Therapeuten, die den Ausstieg gefunden haben. Und, ja, es liest sich tatsächlich, wie wenn jemand aus einer Sekte ausgestiegen ist.
Wie jener mit der Überschrift Why I left ABA:

„When I left, it wasn’t a decision I made overnight. It was a long, difficult process, full of denial and confusion. I don’t enjoy talking about it because I did so many wrong things that affected kids’ lives, and I don’t want to offer any excuses for myself. But I do want you to get a sense of what the process was like, in case anyone reading this happens to be in the same position.“

Selbst im ABA-Heimatland USA merkt man jedoch inzwischen auch ausserhalb der Fachwelt, dass da etwas nicht stimmen kann.
Wie im Fall der Larne Elementary School in Clover in South Carolina:

A different teacher’s aide reported seeing a student allowed to fall out of a chair as a natural consequence, witnessing the adult not try to block the fall. A teacher identified as “Teacher B” said a natural consequence is to let the child fall. An aide said that “Applied Behavior Analysis,” also known as ABA, lets the child fall as a consequence and teaching moment.

Welche Eltern, die ihr Kind tatsächlich lieben, würden es beispielsweise einfach so auf eine verkehrsreiche Strasse rennen lassen und sagen: „Wenn es überfahren wird, hat es wenigstens am Ende des Lebens gelernt, dass es das nicht hätte tun dürfen!“?

Wer es noch nicht verstanden hat:
ABA ist menschenverachtend und die Anwendung ein Missbrauch!
Es ist tatsächlich befremdlich, wenn auf einer vom Berufsbildungswerk Adolf Aich in Ravensburg  – Teil der Stiftung Liebenau (in der ebenso zur Stiftung Liebenau gehörenden St. Lukas-Klinik habe ich meinen Zivildienst gemacht), also einer Einrichtung die zum Komplex einer kirchlichen Stiftung gehört – veranstalteten Tagung zum Thema Autismus ein Vertreter einer Organisation namens ABA Eltern positive Werbung für ABA macht und zudem bei Kleinkindern schon mit „sexueller Stimulation“ arbeitet – Aleksander Knauerhase hat auf seinem Blog Quergedachtes schon darüber berichtet.

Wer diese Therapie vertritt, hat jedoch weniger die Empathie eines Priesters Adolf Aich als mehr deren Mangel eines SS-Offiziers Adolf Eichmann!
ABA heutzutage – egal wie man es nennt, ob in Zürich FIVTI (Frühe intensive verhaltenstherapeutische Intervention), ob in Norddeutschland als BET (Bremer Elterntrainingsprogramm) oder wie es sich auch immer tarnen mag – ist jedoch vor allem eine riesige Geldmaschine. Da werden Fördergelder eingeheimscht und es wird um Spenden gerungen.
Wie es z.B. die Zürcher in einem Flyer machen:

FIVTI wäre ohne Spenden nicht realisierbar. Herzlichen Dank den Stiftungen und Privatpersonen, die uns bereits so grosszügig unterstützen. Um den Fortbestand
und die Weiterentwicklung dieser wichtigen Tätigkeit zu sichern, sind wir aber auch weiterhin auf Ihre Hilfe angewiesen. Unser Förderverein OPSY hat die Unterstützung des Autismus-Projektes zu einem besonderen Schwerpunkt gemacht und nimmt Spenden gerne entgegen.

Zudem weiss ich als aufrechter Katholik gar nicht mehr, ob ich der Caritas tatsächlich noch etwas spenden kann – oder wie am 2. Fastensonntag, an dem in der Diözese Rottenburg-Stuttgart die Kollekte in den Gottesdiensten das Caritas-Fastenopfer war, guten Gewissens Geld in das Körbchen legen kann – denn der Deutsche Caritas-Verband ist eine der sieben Träger der Aktion Mensch und die Aktion Mensch unterstützt finanziell jene Bremer Elterntraining genannte ABA-Therapie.

Man mache sich keinerlei Illusionen: Diese Geldmaschine wird von den ABA-Befürwortern durch jede nur erdenkliche Schönfärberei ihres schändlichen Tuns verteidigt. Auch, indem sie autistische Blogger bedrängen etc., wenn diese Aufklärungsarbeit betreiben. Und sie können dabei sehr persönlich werden.
Jedoch, sie zeigen damit nur, dass sie eine wichtige Entscheidung schon getroffen haben: Für das Geld und gegen das christliche Menschenbild.

Im Matthäus-Evangelium(Mt. 6, 24) heisst es:

Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen halten und den anderen verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.

Hilfeschrei

Mir sind Menschen inzwischen lieber als die Aktion Mensch, die dies unterstützt und Autisten, die sich dagegen wehren, mundtot machen will!

Quergedachtes | Ein Blog über Autismus

Ich tue mich schwer damit diesen Blogpost zu schreiben. Um Hilfe bitten fällt mir nicht leicht und alles was ich in meiner Arbeit gegen die ABA Lobby erlebt habe war schmerzhaft und prägend. Ich sehe aber keine andere Möglichkeit mehr und darum schreie ich nun verzweifelt um Hilfe.

In Namen des „Kindwohles“ von autistischen Kindern wird immer mehr eine „Therapie“ angewandt die sich Applied Behavior Analysis (ABA) nennt.

Wie sowas aussieht? Schaut selbst

Durchgeführt an einem dreijährigen Autisten durch eine zertifizierte ABA Therapeutin. Nun stellt Euch bitte vor, dass das 40 Stunden die Woche und mehr mit autistischen Kindern gemacht wird. Eine Vertreterin in Deutschland sagt sogar:

„Optimalerweise die gesamte Wachphase des Kindes“

Wer nun denkt sowas gibt es in Deutschland nicht sollte sich dieses Video anschauen:

Videobeispiel ABA

Es ist zwar in Englisch aber von einem Menschen der in Deutschland ABA kommerziell anbietet.

ABA ist eine Umerziehung und keine…

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„Arbeitsscheu“

Seit 1996 wird in Deutschland jedes Jahr am 27. Januar der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Internationale Bekanntheit erreichte dieser Gedenktag, als er 2005 durch die Vereinten Nationen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts erklärt wurde.

Der Holocaust bzw. die Schoah, also die Ermordung der Juden, war zwar der mit Abstand markanteste Teil der Vernichtungsaktionen unter dem Regime des Nationalsozialismus aber es gab daneben auch noch andere. In den Konzentrationslagern waren neben Juden auch politische Häftlinge, Kriminelle, Bibelforscher (Zeugen Jehovas) und, gezennzeichnet durch einen schwarzen Winkel, „Asoziale und Gemeinschaftunfähige“.

Nun sind Autisten nicht unbedingt die geselligsten Menschen und ihr oftmals sehr direktes Verhalten wird ja auch mitunter als anstössig empfunden.

Eine weitere, mit Autismus verbundene Problematik ist diejenige der
Exekutiven Dysfunktion.

Dies ist, wie Amythest Schaber in ihrem Ask an Autistic-Video mit dem Titel „What is Executive Functioning?“ sagt:
„Executive Functioning is a very complex topic and it is the function of the mind and brain that ins’t very well understood yet.“
Ja, es kann dazu führen, dass ein autistischer Mensch in seiner Leistungsfähigkeit beeinflusst wird. Und:
„Executive Functioning issues can and are often interpretet as lazyness or being defiant or having a poor work ethic when really that is not the case at all. Procrastination and Executive Dysfunctioning are two totally different things.“

 

Ja, autististische Menschen werden also wegen ihrer Exekutiven Dysfuntkion gerne mal als arbeitsscheu angesehen – was mir selbst passiert ist, als aufgrund von enormem Druck die Exekutivfunktionen und damit meine Arbeitsfähigkeit immer mehr darunter gelitten haben, bis fast gar nichts mehr ging. Wer Leistung von Autisten sehen möchte, muss halt die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen bzw. bestehende nicht unnötig und mutwillig zerstören und dadurch die Leistungsfähigkeit.

Und auch im deutschsprachigen Raum beschäftigt diese Problematik. Ja, Autisten beschäftigen sich intensiv damit, warum sie zwar wollen, aber nicht können!

„Ein vollkommen unsichtbares Symptom von Autismus ist die exekutive Dysfunktion. Exekutivfunktionen werden vom Frontalhirn (“frontal lobes”) gesteuert und sind unter anderem relevant, wenn es um Organisation und Planung geht, also Terminpläne aufzustellen, den Tag zu strukturieren, einen Zeitplan zu befolgen, um die Bachelor- oder Masterarbeit fertigzustellen, die Hausarbeit zu erledigen, regelmäßige Mahlzeiten zu haben, dafür rechtzeitig einkaufen zu gehen, mit Veränderungen im Stunden- oder Dienstplan umgehen zu können, etc.“

Unsichtbar? Naja, vielleicht wo es herkommt, jedoch nicht in seinen Auswirkungen.

„Exekutive Dysfunktion beschreibt im weitesten Sinne Probleme damit, Dinge zu tun. Das klingt sehr allgemein – und ist es auch. Der Begriff ist relativ unbekannt, was dazu führt, dass diejenigen von uns, die Exekutive Dysfunktion haben, oft selbst nicht wissen, was das Problem ist.“

Nichts belastet einen mehr, als wenn die Exekutivfunktionen mehr als es sonst üblich ist, beeinflusst sind. Jeder hat ja irgendwie so seinen Level, wie er funktioniert, aber wenn das zusammenkracht und deutlich weniger geht, dann kratzt das am Selbstbewusstsein. Das Mobbing am Arbeitsplatz hat bei mir dazu geführt und es hat sich leider, in jetzt eineinhalb Jahren seit von dort weg bin, nicht wieder normalisiert. Aber, Hauptsache mein bisheriger und langjähriger Arbeitgeber ist seinen faulen Minderleister weg…

 

Zu anderen Zeiten ist man ja mit Menschen wie mir ganz anders umgegangen.

Bekannt ist inzwischen, dass Hans Asperger im Wien der 1940er Jahre selbst unter seinen jungen Patienten eine Auswahl zwischen denen treffen musste, die einen potentiellen positiven Nutzen bringen konnte und denen mit einer zu starken Ausprägung des Autismus. Um jene leichteren Fälle – mit der Ausprägung des Autismus, der später nach ihm als Asperger-Syndrom bekannt wurde – vor der skrupellosen Tötungsmaschinerie der Nationalsozialisten zu retten, musste er etwas übertreiben. Mit einer euphemistischen Darstellung, dieeine pure Notwendigkeit war angesichts dessen, was Hans Asperger tagtäglich durch die offiziellen Stellen, dem nationalsozialistischen Machtapparat, erlebte.

„He saw them as potential innovators, seeing the world with a fresh perspective, and called them his ‘little professors’. He suggested to his superiors that his ‘little professors’ would make superior code breakers for the Reich. While he recognised how broad the autism spectrum was, he emphasised their special talents, not their ‘degenerate defects’.“

Diejenigen autistischen Menschen, deren Symptomatik ausgeprägter war, fielen der Euthanasie zum Opfer. Vorwiegend im Rahmen der Aktion T4. Man geht von ca. 3500 frühkindlichen Autisten aus, die umgebracht worden sind.

Weiterhin wird davon ausgegangen, dass unter den als Asozial bzw. Arbeitsscheu geltenden Personen auch hochfunktionale Autisten waren, die vermutlich aufgrund der Problematik mit den Exekutivfunktionen Auffälligkeiten zeigten. Über entsprechende Zahlen kann man jedoch nur spekulieren.

„Gemäß einem Grunderlass zur vorbeugenden Verbrechensbekämpfung vom Dezember 1937 konnten die „Asozialen“ im Rahmen dieser Prävention in ein Konzentrationslager eingeliefert werden. Durch die Aktion“ Arbeitsscheu Reich“ kam es 1938 zu Massendeportationen, oft mit tatkräftiger Unterstützung der Arbeits- und Fürsorgeämter.
Als „Asozial“ galten u.a. : Bettler, Körperbehinderte, Denunziantenopfer, Wohnungs- und Obdachlose, Aufsässige, Wanderarbeiter, Legastheniker, Roma und Sinti, weibliche Homosexuelle, Waisen, Prostituierte, Zwangsprostituierte, Frauen mit wechselnden sexuellen Kontakten, Kleinkriminelle, ständige Nörgler, Menschen, die Armen oder gar KZ-Häftlingen halfen, Anarchisten, Gehörlose, Analphabeten, so genannte Arbeitsscheue, Bummelanten, Faule, Autisten, Stotterer, nicht „Reinrassige“, Volksschädlinge, Volksverräter usw.usw.“

Diese Menschen kamen in den Konzentrationslagern nach der Devise Vernichtung durch Arbeit ums Leben oder wurden sogar im Rahmen der Sonderbehandlung 14f13 – auch „Invaliden- oder Häftlingseuthanasie“ genannt – einfach nur vergast.

„Die Aktion 14f13 stellte eine weitere Stufe dar auf dem Weg von der Diskriminierung und Isolierung politisch und rassisch Unerwünschter, über den utilitaristisch motivierten Mord zum rein rassistischen Massenmord, der sogenannten Endlösung. Im Gegensatz zur Aktion T4, die mit äußerlichen Motiven, wie der „Gewährung des Gnadentodes“, bemäntelt wurde, verzichtete man bei der Aktion 14f13 auf sämtliche Scheinbegründungen und reduzierte die Häftlinge auf ihre reine Nützlichkeit als Arbeitskräfte.“

 

Um es an dieser Stelle einmal klar herauszustellen: Jeder (neurotypische) Mensch, der es wagt, einem autistischen Menschen pauschal vorzuwerfen, er sei faul oder arbeitsscheu, sei daran erinnert, dass diese Beurteilung am Anfang dessen stand, von dem die Euthanasie das Ende war! Er sollte sich demonstrantiv von dieser Beurteilung oder sogar einer Bestrafung eines autistischen Mitmenschens aufgrund dieser Beurteilung distanzieren. Oder aber, wenn er dabei bleibt, sich zugestehen, nicht weniger rechtsideologisch zu handeln, wie die sogenannten Besorgten Bürger, die gegen Flüchtlinge demonstrieren.

 

Es sei zum Schluss an die vielen Menschen im kirchlichen Dienst erinnert, die sich damals dieser menschenverachteten Ideologie entgegenstellt haben, unter Einsatz ihres eigenen Lebens.
Zitiert sei hier der Münsteraner Bischofs Clemens August Graf von Galen:
„Hast du, habe ich nur solange das Recht zu leben, solange wir produktiv sind, solange wir von anderen als produktiv anerkannt werden?“
Oder, wie ich es erlebt habe: Hat ein Asperger-Autist nur solange Anspruch als erhaltenswerter und produktiver Mitarbeiter gesehen zu werden, solange alleinig der Arbeitgeber bestimmt, unter welchen Voraussetzungen er produktiv zu sein hat?

Wir schweigen nicht!

Der 3. Dezember ist der internationale Tag der Menschen mit Behinderung.

Die Organisition Pro Infirmis in der Schweiz hat dazu ein ansprechendes Logo geschaffen, dem ich gerne zur Verbreitung helfen möchte:
Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung

Ansprechend daher, weil Behinderung sinnbildlich oftmals immer noch mit einer Person im Rollstuhl dargestellt wird, jedoch weit darüber hinausgeht.

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Auch die Deutschen Bischofskonferenz hat eine Presseerklärung veröffentlicht.

Überall wird, gerade am heutigen Tag, für Inklusion oder doch zumindest Verständnis für Menschen mit Behinderung geworben. Wie notwendig das mitunter noch ist, merkt man daran, dass „Bist du behindert?“ – als Metapher für „Bist du geistig eingeschränkt?“ – nicht selten und eher bei jüngeren Menschen leicht über die Lippen kommt. Jemanden als „Mongo“ zu bezeichnen scheint zwar inzwischen aus der Mode gekommen zu sein, aber dafür gibt es inzwischen ja den Autismus, in der Form von „politischem Autismus“ etc.

Ja, Behinderungen, das ist facettenreich.

 

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland will Menschen mit Behinderungen schützen, in Artikel 3, Absatz 3:

Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Schreibt aber ausschliesslich Behinderung, ohne Konkretisierungen.

 

Ähnlich ist es in Österreich im Bundes-Verfassungsgesetz, in Artikel 7, Absatz 1. Hinzugefügt wird jedoch:

Die Republik (Bund, Länder und Gemeinden) bekennt sich dazu, die Gleichbehandlung von behinderten und nicht behinderten Menschen in allen Bereichen des täglichen Lebens zu gewährleisten.

 

Die Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft hält in Artikel 8, Absatz 2 fest:

Niemand darf diskriminiert werden, namentlich nicht wegen der Herkunft, der Rasse, des Geschlechts, des Alters, der Sprache, der sozialen Stellung, der Lebensform, der religiösen, weltanschaulichen oder politischen Überzeugung oder wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung.

Und ergänzt es durch Artikel 8, Absatz 4:

Das Gesetz sieht Massnahmen zur Beseitigung von Benachteiligungen der Behinderten vor.

Was einzelne Schweizer dann doch nicht davon abhält, formell behinderte Nicht-Schweizer gerade wegen dem, was mit ihrer Behinderung zusammenhängt, zu diskriminieren. Dieses Thema aus meinem beruflichen Leben weiterzuverfolgen würde jedoch den Rahmen des aktuellen Beitrages sprengen.

„Psychische Behinderung“ ist übrigens in der Schweiz die übliche Formulierung, in Deutschland ist es die „seelischen Behinderung“, zumindest im Sinne des Sozialgesetzes.

 

Das 2006 verabschiedete und 2008 in Kraft getretene Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen, vereinfacht UN-Behindertenrechtskonvention, kurz BRK, genannt, hat folgende Formulierung in Artikel 1:

Zu den Menschen mit Behinderungen zählen Menschen, die langfristige körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, welche sie in Wechselwirkung mit verschiedenen Barrieren an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern können.

Hier werden zur klassischen Dreiteilung – körperlich, geistig, seelisch/psychisch – noch eigenständig die Sinnesbeeinträchtigungen – Umgangssprachlich: Blinde, Taube und Stumme – aufgezählt, die traditionell den Körperbehinderungen zugewiesen werden.

 

Klassische Dreiteilung? Nicht jedem ist sie bekannt.

So gab es vor einiger Zeit sonntags in meiner heimatlichen Kirchengemeinde Fürbitten, in denen es hiess:
Für alle Menschen, die körperlich oder geistig behindert sind und dadurch oft zu Aussenseitern und Benachteiligten werden.

Den meisten Menschen scheint eben nicht bewusst zu sein, dass es neben den körperlichen und den geistigen Behinderungen noch eine dritte Form gibt, die seelische / psychische Behinderungen, zu denen auch Autismus zählt. Das mag damit zusammenhängen, dass das Bild über Autismus vereinfacht gesagt oftmals eine Person ist, die sabbernd und wimmernd in einer Ecke sitzt oder halt der Rain Man. Das nimmt man dann eher als geistige Behinderung wahr, die beim frühkindlichen Autismus ja auch tatsächlich eine sehr häufige Komorbidität darstellt.

 

Zusätzlich kommt noch die unerfreuliche Situation, dass gerade an autistischen Kindern dubiose und schädigende Therapieformen angewandt werden. Neben der Behandlung mit einer ätzenden Chlorbleiche mit der Marktbezeichnung MMS ist das eine auf Behaviorismus begründete Therapieform namens Applied Behavior Analysis (kurz: ABA), die seit einiger Zeit die Gemüter besonders bewegt, unterstützt doch gerade die Aktion Mensch diese äusserst umstrittene Therapieform.

Man sieht, es gibt viel zu tun und das erreicht man nicht mit Schweigen. Daher gilt, wie Aleksander Knauerhase in seinem Blog Quergedachtes den hier folgend rebloggten heutigen Beitrag überschreibt:

Wir schweigen nicht!

Quergedachtes | Ein Blog über Autismus

Der dritte Dezember ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Gibt es einen passenderen Tag um zu zeigen, dass wir Menschen mit Behinderung nicht schweigen werden? Dass wir unsere Rechte nach der UN-BRK einfordern, auch unbequem sein können und ganz sicher keine „arme Seelen“ sind? Viele Aktivisten die für ihre eigenen Rechte und die andere Menschen mit Behinderung kämpfen werden immer noch belächelt, getätschelt und letztendlich nicht für vollwertig angesehen. Einigen, ich bin da kein Einzelfall, möchte man dann auch noch vorschreiben dass wir aufpassen sollen was wir sagen oder schreiben um anderen Menschen mit einer Behinderung nicht zu schaden.

Das muss aufhören! Wir sind nicht alleine, wir lassen uns nicht schwächen und wir haben ein Recht darauf dass man mit uns redet.

Mein Aufruf lautet daher: Zeigt Eure Aktivitäten, seid laut und schweigt nicht. Setzt ein Zeichen dafür, dass wir nicht alleine und schwach sind. Übermittelt die Botschaft:…

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Katholiban

Mitunter ist es stark präsent, das Lagerdenken der Gläubigen in der römisch-katholischen Kirche.

Gerade auf Facebook zeigt es sich durch Gruppen verschiedener Ausprägungen. Das führt bis hin zu einer Gruppe, in der mehr oder weniger versteckt Sympathisanten der Priesterbruderschaft St. Pius X. agieren. Auf der Gegenseite existieren natürlich liberale Gruppen. Dort sind Personen vertreten, die sich z.B. von der letzten Familiensynode in Rom einen Durchbruch dahingehend erwartet haben, dass die Geschiedenen und staatlich Wiederverheirateten legal die Kommunion empfangen dürfen.

Bin ich selbst eher konservativ oder liberal? Eine schwierige Frage für mich. Ich war einerseits als Jugendlicher Mitglied einer Jugendband und wir haben regelmässig den Sonntagsgottesdienst musikalisch und auch ein sonst ein Stück weit inhaltich gestaltet, wobei natürlich Lieder aus dem Bereich Neues Geistliches Lied zum Einsatz kamen. Auf der anderen Seite z.B. singe ich lieber das Tantum ergo in der lateinischen Originalsprache, als in der deutschen Übersetzung. Ich habe mein Katholisch-Sein meist als einen Mittelweg von Extremen angesehen.

Manche Vertreter jenes Katholischen Traditionalismus sind an folgender These zu erkennen: Einige Bischöfe im deutschsprachigen Raum wollen eine Art deutsche Nationalkirche errichten und sich von Rom abspalten. Meineserachtens ist man dann verschwörungstheoretisch nicht mehr weit davon entfernt, auch zu glauben, es gäbe Chemtrails und diese würden Autismus verursachen!
Oftmals verbindet sich dies mit einer Bevorzugung der ausserordentlichen Form des römischen Ritus (kurz: tridentinische Messe) und eine Bevorzugung der Mundkommunion vor der Handkommunion. Leider beschränkt es sich jedoch nicht darauf, dieses für sich persönlich zu bevorzugen, sondern es als „besser, aber das andere ist ja deswegen nicht schlecht“ darzustellen. Mit solchen Spitzfindigkeiten wird aber letztendlich nur die heute gebräuchliche ordentliche Form des römischen Ritus schlechtgemacht, denn wenn etwas „besser“ ist, dann muss folgerichtig das Gegenstück „schlechter“ sein. Man erkennt dies mitunter auch an Formulierungen wie „der römische Ritus und der neue Ritus“, womit der heute gebräuchlichen ordentlichen Form quasi abgesprochen wird, römischer Ritus zu sein.
Was das Thema Mund- oder Handkommunion angeht, so kenne ich persönlich einige Personen, die die Mundkommunion bevorzugen. Ich kenne sogar eine Person, die für sich selbst die Mundkommunion bevorzugt und als Kommunionhelfer tätig ist, wobei sie in dieser Funktion ja doch ebenso die Hostie in die Hand nimmt. Oft wird konstatiert, die Handkommunion führe zu einem weniger ehrfürchtigen Umgang mit der Hostie. Aufgrund meiner eigenen Erfahrung als Kommunionhelfer trifft diese Verallgemeinerung jedoch nicht zu.

Leben und Lebenlassen. Das aber scheint für einige dieser sehr traditionalistischen Personen in manchen Facebook-Gruppen nicht der Fall zu sein. Nachrichtenportale wie Kath.net, Kreuz.net und Gloria.tv sind die bevorzugten Medien, aus denen Beiträge gepostet werden. Ist z.B. jemand homosexuell und bekennt sich offen dazu, muss er erwarten quasi geteert und gefedert zu werden.

Für solche Charaktere existiert ein inzwischen einigermassen verbreiterer Begriff:

Katholiban.

Ein Wortspiel aus Katholik und Taliban. Ach ja, ich als Aspie liebe Wortspiele, daher gefällt mir auch dieser Begriff.
Mir selbst fiel auch schon die Formulierung ein: Untoter Antimodernisteneid.

Es verwundert von daher nicht, dass eben auch Priester, die nicht nach dem Gustus jener Katholischen Traditionalisten sind, schroff verurteilt und recht übel angegangen werden. So ist es einem mir persönlich bekannten Priester ergangen, der regelmässig das Wort zum Sonntag spricht. Wolfgang Beck, ein Konsemester aus meinen 1 1/2 Jahren Theologiestudium an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen (1993-1995):

Pfarrer Wolfgang Beck zum Thema Sterbehilfe
Wort zum Sonntag

Nun kenne ich wenige unter den regelmässigen Sonntags-Kirchgängern, die sich das Wort zum Sonntag ansehe. Es zählt damit ein Stück weit zu den sogenannten niederschwelligen Angeboten, die auch dem Zweck dienen sollen, Menschen zu erreichen, die eher kirchenfern sind. Wie über die sonntägliche Predigt, ist es natürlich ebenso legitim, über die Inhalte des Wort zum Sonntag zu diskutieren.

Diskutieren? Sehen Sie selbst:
Katholiban gegen WzS Wolfgang Beck

Diese Hetze wird aber nicht dadurch legitim, dass sie in einer Facebook-Gruppe erfolgt und wenn man dies als Deckmantel missbraucht!

Wie für so ziemlich jeden Asperger-Autisten typisch, besitze ich ein stark ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden. Ebenso typisch für Aspies ist eine hohe Loyalität. Es muss daher nicht verwundern, dass ich diese Hetze gegen einen römisch-katholischen Priester und mir freundschaftlich verbundenen früheren Mitstudenten als ausserordentlich ungerecht empfinde, ebenso, wie es nicht verwundern muss, dass ich ihn über jenen Umstand in Kenntnis gesetzt habe. Dies, indem ich obiges Bild bei ihm als Kommentar gepostet habe. Mit folgenden Worten:

  • Naja, Dir wird klar sein, dass Du nicht nur Freunde hast. Das Folgende ist halt das, was man eben auch zu lesen bekommt, wenn es einen in bestimmte Gruppen verschlägt (in denen ja nicht alles schlecht ist)

und

  • Mitbrüder und – schwestern aus der Kategorie „Katholiban“ – die in jener Gruppe gut vertreten sind – scheinen an allem, was nicht ihrem Gustus entspricht, etwas auszusetzen zu haben. Denen kann es nicht recht machen. Was erwartet man von Menschen, für die Handkommunion ein Sakrileg ist und sowieso die tridentinsiche Messe besser ist?
    (inkl. dem kleinen Tippfehler „tridentinsich“).

Nein, denen kann man es einfach nicht recht machen! Davon konnte sich auch Wolfgang Beck persönlich überzeugen, als er zeitweise jener Gruppe beigetreten war, um das direkte Gespräch mit seinen ‚Kritikern‘ zu suchen.

Schade, dass ein paar radikale Wortführer eine ganze Gruppe versauen.

Und auch mir ist inzwischen die Lust vergangen, da sich die typischen Spielchen neurotypischer Menschen anschlossen.
Ich hätte gerne sachlich mit einigen dort weiterdiskutiert, was anfangs möglich schien, aber letztendlich zeigte sich, dass es tatsächlich nie um die Sache ging. Bei der u.a. an mich gestellten Frage, wie ich denn eine Kirche bauen würde, wenn ich hypothetisch für einen Kirchenneubau verantwortlich wäre, ging es nie darum, dass man sich über Sakralarchitektur und speziell der Frage der Ost-Orientierung austauscht. Es war selbst für mich als Aspie zu durchschauen, dass es letztendlich nur darum ging, jemanden auf eine deren Ansicht nach ‚modernistische‘ Gesinnung festzunageln.

Und Tschüss! Ich kann auch ohne solche Facebook-Gruppen leben.

Genau in solchen Situationen verstehe ich andere Aspies, wenn sie sagen, sie wollen mit den verlogenen und betrügerischen NTs möglichst wenig zu tun haben.